Erneuerbare Energie rund um die Uhr

WEITERDENKER 2.0 · Energie & Klima

Erneuerbare Energie rund um die Uhr

Viele Menschen stellen sich dieselbe Frage: Was passiert eigentlich, wenn nachts keine Sonne scheint und gleichzeitig kaum Wind weht?

Genau dieser Frage widmet sich eine neue Studie des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme (ISE), die im Juni 2026 auf Europas größter Energiefachmesse The smarter E Europe vorgestellt wurde. Das Ergebnis: Eine sichere Stromversorgung rund um die Uhr mit erneuerbaren Energien ist technisch möglich – vorausgesetzt, verschiedene Technologien arbeiten intelligent zusammen.

Nicht eine Technologie löst das Problem – sondern ihr Zusammenspiel

Ein modernes Energiesystem basiert nicht nur auf Windrädern oder Solaranlagen. Entscheidend ist das Zusammenspiel verschiedener Bausteine:

  • Photovoltaik liefert tagsüber günstigen Strom.
  • Windkraft produziert häufig besonders viel Energie in den Abend- und Nachtstunden.
  • Batteriespeicher gleichen kurzfristige Schwankungen aus.
  • Pumpspeicherkraftwerke speichern überschüssige Energie über längere Zeit.
  • Grüner Wasserstoff kann saisonale Überschüsse speichern und später wieder nutzbar machen.
  • Intelligente Stromnetze verteilen Energie dorthin, wo sie gerade benötigt wird.

Genau diese Kombination macht eine stabile und zuverlässige Stromversorgung möglich – auch dann, wenn einzelne Energiequellen zeitweise weniger liefern.

Was passiert bei einer „Dunkelflaute“?

Als Dunkelflaute bezeichnet man Wetterlagen, in denen über mehrere Tage sowohl wenig Sonne scheint als auch nur schwacher Wind weht.

Die Studie zeigt jedoch, dass solche Situationen kein unlösbares Problem darstellen. Durch die Kombination unterschiedlicher Speichertechnologien, europaweit vernetzter Stromsysteme und einer flexibleren Nutzung von Energie lassen sich auch diese Phasen zuverlässig überbrücken. Das widerlegt einen der häufigsten Einwände gegen erneuerbare Energien.

Digitalisierung wird zum entscheidenden Faktor

Neben Wind- und Solarenergie gewinnt die Digitalisierung zunehmend an Bedeutung.

Moderne Energiemanagementsysteme können Stromverbrauch und Stromerzeugung in Echtzeit koordinieren. Elektroautos laden beispielsweise bevorzugt dann, wenn besonders viel Solarstrom verfügbar ist. Batteriespeicher speichern überschüssige Energie und geben sie genau dann wieder ab, wenn sie gebraucht wird.

Dadurch wird das gesamte Energiesystem effizienter und stabiler.

+100.000 Besucher
Diese Größenordnung wurde für die europäische Energiefachmesse erwartet.
2.800 Unternehmen
So viele Aussteller präsentierten auf der The smarter E Europe 2026 Technologien und Lösungen für die Energieversorgung der Zukunft.
Kurzfristige Speicherung:
Batteriespeicher können Schwankungen zwischen Stromerzeugung und Verbrauch überbrücken.
Conclusio

Die Energieversorgung der Zukunft

Eine sichere Stromversorgung mit erneuerbaren Energien hängt nicht davon ab, dass jederzeit und überall die Sonne scheint oder der Wind weht.
Entscheidend ist ein Energiesystem, in dem unterschiedliche Erzeugungstechnologien, Speicher, Stromnetze und digitale Steuerungen intelligent zusammenarbeiten.

Die technische Grundlage dafür ist vorhanden. Nun geht es darum, die erforderliche Infrastruktur konsequent auszubauen und die einzelnen Komponenten zu einem leistungsfähigen Gesamtsystem zu verbinden. Die Energieversorgung der Zukunft wird damit nicht nur erneuerbarer, sondern auch vernetzter, flexibler und intelligenter.
Weiterführender Link: The smarter E Europe – Europas Energiefachmesse

Frage zum Beitrag

Wie lässt sich laut Fraunhofer ISE eine zuverlässige Stromversorgung mit erneuerbaren Energien auch bei einer Dunkelflaute ermöglichen?

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